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Die Nummer 1 der edition – Aus einem bewegten Leben

Hannover, 21. Mai 2017. – Die autobiographischen Texte, die Autor Andreas Böhmer (Jahrgang 1958) am 1. Juni 2017 in seinem Buch Alles das – Aus einem Leben (Teil 1) veröffentlicht, sind nicht nur zeitgeschichtlich informativ, offenherzig und unterhaltsam, sondern haben auch hochaktuelle Bezüge zur bundesdeutschen Gegenwart. In dem Kapitel Der Märchenonkel und der Glückssucher schildert Böhmer seine Begegnung mit einem sogenannten Bundeswehrberatungsoffizier im April 1979, der in der Annahme, Böhmer sei Redakteur eines Studentenmagazins mit CDU-Hintergrund, unverhohlen seine militaristischen Ansichten in Wehrmachtstradition ausplaudert. Zitat Hauptmann Radetzky: »Ein Soldat will seinem Land dienen. Bei all dem Friedensgedusel von Brandt und Schmidt kann einem ja ein 5-Mark-Stück in der Rosette gefrieren!« (Die Rede war von Willy Brandt, Bundeskanzler von 1969 bis 1974, und Helmut Schmidt, Bundeskanzler von 1974 bis 1982, beide Mitglieder der SPD.) Leserinnen und Leser werden bei der Lektüre unwillkürlich an die braunen Gesinnungen und Strukturen in der Bundeswehr erinnert, die dieser Tage angesichts der geplanten Anschläge durch den rechtsradikalen Offizier Franco A. öffentlich wurden.

Das Erstlingswerk Andreas Böhmers nimmt uns mit auf einen Streifzug durch das kleine und große Zeitgeschehen eines BRD-Stadtkinds zwischen 1958 und 1980. Schauplatz ist Hannover.

Als der sechseinhalbjährige Andreas eine Woche nach Ostern 1965 zum Einschulungsgottesdienst mit seinem gelben ABC- Schützen-Käppi und seiner Zuckertüte stolz in die Kamera des Fotografen blickt, hat seine Mutter ihn zweckmäßig warm angezogen. Moden sind bei den Böhmers in der hannoverschen Robert­straße eher unwichtig. Gut vierzehn Jahre später, im November 1979, sagt ihm die britische Rhythm-’n’-Blues-Legende Alexis Korner während eines Interviews: »Mode ist keine Entwicklung« – wider die Hinwendung zur Kommerztauglichkeit im Musikbusiness. In den Jahren dazwischen, der Zeit des Heranwachsens, gibt es viele prägende Ereignisse für das jüngste Kind einer sechsköpfigen Nachkriegsfamilie: Familienbande, Kinderspiele, Schule, Musik, Fußball, politisches Engagement.

Andreas Böhmer bleibt authentisch, erzählt tiefgründig. Wider die oberflächliche Betrachtung: Atmosphärisch stilsicher. Schnörkellos offen. Lesergerecht unterhaltsam.